Bauchkrämpfe bei Durchfall

Bauchkrämpfe bei Durchfall

Durchfall wird häufig von Bauchweh begleitet. Tatsächlich zählen krampfartige Bauchschmerzen neben Fieber und Übelkeit zu den Hauptsymptomen bei akutem Durchfall. Doch auch wenn Durchfall anhaltend oder immer wieder auftritt, sind häufig Bauchkrämpfe mit im Spiel. Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe.

Bauchschmerzen und Durchfall:
Was steckt dahinter?

Kurz bevor sich der Durchfall „seinen Weg bahnt“, sind Krämpfe im Bauch generell typisch. Diese sogenannten Tenesmen hängen mit dem krampfartigen Zusammenziehen der Darmmuskulatur kurz vor der Darmentleerung zusammen. Je größer die zu entleerende Stuhlmenge, desto stärker ausgeprägt ist die Darmaktivität – und desto intensiver werden die Bauchkrämpfe bei Durchfall wahrgenommen.

In bestimmten Fällen gehören Bauchkrämpfe auch zum jeweiligen Krankheitsbild. So zeigt sich beispielsweise eine Norovirus-Infektion mit Durchfall, Bauchkrämpfen sowie Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Auch bei einer Infektion mit Salmonellen geht Durchfall mit Bauchkrämpfen einher.

Im Folgenden haben wir einige mögliche Ursachen für das gemeinsame Auftreten von Durchfall mit Bauchkrämpfen skizziert, wobei die genaue Diagnose immer dem Arzt obliegt.

Wichtig: Bei anhaltendem Durchfall über 48 Stunden sowie sehr starken Bauchschmerzen ist immer ein Arzt aufzusuchen.

Akuter Durchfall und Bauchkrämpfe:
Ursachen im Überblick (Beispiele)

Norovirus-Infektion

Symptome: Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, schwallartigem Erbrechen, teils Kopf- und Gliederschmerzen, teils Fieber.

Infektionsquellen: Lebensmittel, Trinkwasser, Händeschütteln, kontaminierte Gegenstände (z. B. Handtücher, Spielzeug) und Flächen (z. B. Türklinken, Toiletten); auch Tröpfchen-Infektion durch Virus-Partikel in der Luft.

Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, ggf. Mittel gegen Durchfall, Mittel gegen Erbrechen.

Wichtig: Bei nachgewiesener Infektion mit Noroviren besteht Meldepflicht. Der Arzt muss das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen. Kinder sollten erst zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen.
Rotavirus-Infektion

Symptome: Wässriger Durchfall (teils mit Schleim), Bauchschmerzen, teilweise Erbrechen, Fieber und ggf. Atemwegsbeschwerden.

Infektionsquellen: Lebensmittel, Trinkwasser, Händeschütteln, kontaminierte Gegenstände (z. B. Handtücher, Spielzeug) und Flächen (z. B. Türklinken, Toiletten).

Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, ggf. Mittel gegen Durchfall, Mittel gegen Erbrechen.

Gut zu wissen: Für Säuglinge steht heute eine Rotavirus-Impfung zur Verfügung.
Wichtig: Bei nachgewiesener Infektion mit Rotaviren besteht Meldepflicht. Der Arzt muss das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen. Kinder sollten erst zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen.
Campylobakter-Infektion

Symptome: Durchfall, starke Bauchkrämpfe bzw. Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen.

Infektionsquellen: Kontaminierte Lebensmittel (Rohes Fleisch wie z. B. Geflügel oder Hackfleisch, Milchprodukte); auch: Kot infizierter Haustiere, verschmutzte Gewässer.

Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, ggf. Mittel gegen Durchfall, Mittel gegen Erbrechen, bei schwerem Verlauf Antibiotika.

Gut zu wissen: In seltenen Fällen kann eine Campylobakter-Infektion zu Komplikationen führen (z. B. Lähmungserscheinungen, rheumatische Gelenkentzündung).
Wichtig: Bei nachgewiesener Campylobakter-Infektion besteht Meldepflicht. Der Arzt muss das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen.
Salmonellen-Infektion

Symptome: Plötzlich einsetzender, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, oft Kopfschmerzen und Fieber.

Infektionsquellen: Kontaminierte Lebensmittel z. B. rohe Eier, Mayonnaise, nicht durchgegartes Fleisch, auch Speiseeis oder Tiefkühlprodukte; Infektion auch über verunreinigte Gegenstände und Oberflächen (Küche!) möglich.

Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, bei schwerem Verlauf Antibiotika.

Gut zu wissen: Bei Salmonellen kann eine gefährliche Sepsis auftreten. Bei anhaltenden Symptomen ist immer ein Arzt aufzusuchen.
Wichtig: Bei nachgewiesener Salmonellen-Infektion besteht Meldepflicht. Der Arzt muss das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen.
Lebensmittelvergiftung mit Staphylokokken

Symptome: Plötzlich einsetzende starke Übelkeit und Erbrechen ca. 2 bis 8 Stunden nach dem Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln; auch: Bauchkrämpfe, Durchfall, ggf. Kopfschmerzen, Fieber.

Ursachen: Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln.

Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, Mittel gegen Durchfall, Mittel gegen Erbrechen.

Shigellose („Bakterienruhr“)

Symptome: Plötzlich einsetzender, wässriger Durchfall mit Bauchkrämpfen; bei schwerem Verlauf: eitrig-blutiger Durchfall, Fieber.

Ursachen: Schmierinfektion mit Shigellen; verunreinigtes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel; Infektion über Fliegen; häufig bei Reisen in warme Länder wie Ägypten, Marokko, Indien, Türkei oder Tunesien. Mehr erfahren

Maßnahmen: Antibiotika, Flüssigkeitszufuhr, Mittel gegen Durchfall, die die Darmaktivität möglichst nicht hemmen.

Gut zu wissen: In seltenen Fällen kann eine Shigellose zu Komplikationen wie Gelenkentzündungen führen.

Wiederkehrender Durchfall und Bauchschmerzen: Ursachen im Überblick (Beispiele)

Auch anhaltender bzw. wiederkehrender Durchfall kann in Verbindung mit Bauchschmerzen auftreten. Im Folgenden finden sich mögliche Ursachen, wobei auch hier gilt: Die genaue Diagnose obliegt immer dem Arzt.

Reizdarmsyndrom

Symptome: Chronische Bauchbeschwerden wie Bauchschmerzen bzw. Bauchkrämpfe, Durchfall, Blähungen, Blähbauch, Verstopfung; Durchfall und Verstopfung können im Wechsel auftreten, bei manchen Patienten ist Durchfall das Hauptsymptom, bei anderen steht eine chronische Verstopfung im Vordergrund.

Ursachen: Eine einzelne Ursache konnte bislang noch nicht gefunden werden; laut Experten spielen unter anderem psychische Faktoren wie Stress oder Angst, aber auch eine Veränderung der Darmflora sowie Umwelteinflüsse eine Rolle.

Maßnahmen: Unter anderem Umstellung der Ernährung, gesunde Lebensweise, Stressabbau, Beschwerdetagebuch.

Laktoseintoleranz

Symptome: Krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, aufgeblähter Bauch, Blähungen, teils Müdigkeit und Erschöpfung – nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten.

Ursachen: Laktasemangel (das Enzym Laktase spaltet Laktose, also Milchzucker, in seine verdaulichen Bestandteile).

Maßnahmen: Verzicht auf Milch und Milchprodukte bzw. Verwendung von laktosefreien Alternativ-Produkten; Zufuhr von Laktase.

Morbus Crohn

Symptome: Bauchschmerzen (v.a. Schmerzen im rechten Unterbauch), anhaltender Durchfall, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit – im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen.

Ursachen: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Dünndarm und Dickdarm können betroffen sein); die Ursachen sind nicht abschließend geklärt, diskutiert werden: Störung des Immunsystems (Autoimmunerkrankung), genetische Veranlagung, vorangegangene Infektionen.

Maßnahmen: Entzündungshemmende Medikamente (z. B. Kortikoide, Immunsuppressiva), bei Komplikationen: Operative Entfernung des betroffenen Darmabschnitts, Selbsthilfegruppen.

Colitis ulcerosa

Symptome: Bauchschmerzen (Schmerzen im linken Unterbauch), anhaltender Durchfall, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit – im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen.

Ursachen: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (nur der Dickdarm ist betroffen; befällt im Gegensatz zu Morbus Crohn nicht alle Schichten der Darmwand); die Ursachen sind nicht abschließend geklärt, diskutiert werden: Störung des Immunsystems (Autoimmunerkrankung), genetische Veranlagung, vorangegangene Infektionen.

Maßnahmen: Entzündungshemmende Medikamente (z. B. Kortikoide, Immunsuppressiva), bei Komplikationen bzw. langjährigem Verlauf: Operative Entfernung des betroffenen Darmabschnitts, Selbsthilfegruppen.

Was hilft gegen Bauchkrämpfe und Durchfall? Tipps

  • Mehr trinken

    Mehr trinken

    Trinken ist bei Durchfall wichtig, um den Flüssigkeitsverlust gezielt auszugleichen. Wer neben Durchfall auch Krämpfe im Bauch hat, kann auf geeignete Tee-Sorten mit entkrampfenden Eigenschaften zurückgreifen. Dazu zählt zum Beispiel Kamillen-, Anis- oder Fencheltee.

  • Tannacomp

    Tannacomp bei Durchfall: Zuverlässig. Sicher. Schnell

    Hochwirksam durch Aktiv-Schutz-Prinzip: Mit seiner einzigartigen Wirkstoffkombination aus natürlichem Tannin und Ethacridin dichtet Tannacomp die Darmwand ab und normalisiert die Darmfunktion. Der Durchfall wird schnell gestoppt. Zusätzlich besitzt Tannacomp desinfizierende und krampflösende Eigenschaften. So hemmt Tannacomp nicht nur das Wachstum schädlicher Bakterien, sondern lindert zusätzlich auch Bauchkrämpfe.

    Ein besonderer Vorteil: Die natürliche Darmbewegung wird nicht beeinträchtigt, sodass Erreger ungehindert ausgeschieden werden können. Die Alternative zu Motilitätshemmern!

    Für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren geeignet.



  • Ruhe

    Ruhe

    Wenn wir unter Stress und Anspannung stehen, kann uns das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes auf den „Magen schlagen“- auch der Darm kann gereizt reagieren. Dementsprechend wichtig ist es jetzt, sich bewusst Ruhe zu gönnen. Durchfall wird häufig durch Krankheitserreger ausgelöst – unsere Abwehr braucht daher viel Energie, um diese zu bekämpfen.

  • Wann zum Arzt?

    Wann zum Arzt?

    In bestimmten Fällen sollte bei Durchfall und Bauchkrämpfen der Arzt aufgesucht werden.
    Das gilt zum Beispiel…

    • …bei Beschwerden, die sich trotz Behandlung…
    • …bei Fieber, starker Schwäche sowie Blut …
    • …wenn Bauchkrämpfe und Durchfall nach einer Fernreise auftreten
    • …bei wiederkehrendem…
    Wichtig: Durchfall bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Personen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
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