Durchfall: Ursachen

Durchfall: Ursachen

Durchfallerkrankungen kommen sehr häufig vor: In Deutschland trifft es Erwachsene rund einmal im Jahr, Kinder erkranken sogar noch öfter. In den meisten Fällen stecken Viren oder Bakterien hinter den unangenehmen Beschwerden. Doch auch andere Auslöser sind möglich – gerade bei ständigem Durchfall oder wenn Durchfall immer wieder auftritt. Erfahren Sie hier mehr über die möglichen Ursachen von Durchfall.

Häufige Ursachen für Durchfall im Überblick

Akuter Durchfall:

  • Infektion mit Viren wie zum Beispiel Noroviren oder Rotaviren
  • Infektion mit Bakterien wie zum Beispiel Escherichia coli Bakterien (E. coli), Campylobakter, Salmonellen oder Shigellen (häufiger Auslöser von Reisedurchfall)
  • Lebensmittelvergiftung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz
  • Stress, Angst und andere psychische Faktoren
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. Antibiotika)
  • Ungewohnte Speisen und Gewürze, zum Beispiel auf Reisen

Chronischer Durchfall:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz
  • Reizdarmsyndrom
  • Psychische Faktoren
  • Dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente
  • Grunderkrankungen wie zum Beispiel Colicits ulcerosa oder Morbus Crohn

Infektionen als Durchfall-Ursache

Magen-Darm-Infekte sind die häufigste Ursache für akuten Durchfall. Zu den wichtigen viralen Durchfallerregern gehören zum Beispiel Noroviren und Rotaviren. Hierzulande lösen sie vor allem in den Wintermonaten oft regelrechte „Epidemien“ aus – denn sie sind hochansteckend.

Bei Durchfall im Sommer spielen oft verdorbene Lebensmittel eine wichtige Rolle. Dann sind häufig Bakterien wie E.coli (z. B. EHEC), Salmonellen, Campylobacter oder Shigellen die Auslöser. Sie sind beispielsweise auch oft die Ursache, wenn es auf Reisen zu Durchfall kommt – dann sprechen Ärzte auch von „Reisediarrhö“.

Die Übertragung kann je nach Art des Krankheitserregers auf unterschiedlichem Weg erfolgen, so zum Beispiel durch:

Zu den häufigsten Infektionsquellen zählen:

  • Händeschütteln
  • Berührung von kontaminierten Oberflächen (z. B. Türgriffe, Haltestangen in Bus oder Bahn)
  • Verzehr verunreinigter Lebensmittel
  • Trinken von verseuchtem Leitungswasser
Gut zu wissen: Einige Magen-Darm-Infektionen sind meldepflichtig – dazu zählen beispielsweise nachgewiesene Infektionen mit Noro- oder Rotaviren, Salmonellen und Campylobacter. Das bedeutet, dass der Arzt das örtliche Gesundheitsamt informieren muss, wenn ein Patient nachweislich an einer solchen Infektion erkrankt ist.

Bei Kindern unter 6 Jahren, die eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita, Kindergarten) besuchen, sind Magen-Darm-Infektionen immer meldepflichtig! Erkrankte Kinder dürfen erst zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden die Einrichtung wieder besuchen.

Lebensmittelvergiftung als Durchfall-Ursache

Abzugrenzen von einer Magen-Darm-Infektion ist eine Lebensmittelvergiftung. Denn dabei verursachen Giftstoffe (sog. Toxine) die Beschwerden. Diese Substanzen werden in der Regel von Bakterien entweder bereits in der verdorbenen Nahrung gebildet und gelangen dann erst in den Magen-Darm-Trakt oder die aufgenommenen Erreger bilden die Toxine direkt im Körper. Besonders häufig werden solche Lebensmittelvergiftungen durch das Bakterium Staphylococcus aureus ausgelöst, seltener durch sogenannte Clostridien oder durch Bakterien vom Typ Bacillus cereus.

Besonders häufig sind proteinhaltige Lebensmittel belastet, die Bakterien einen guten Nährboden bieten – zum Beispiel Milch- und Eiprodukte sowie Fleisch und Fisch. In äußerst seltenen Fällen kann es auch zu Lebensmittelvergiftungen durch Konserven kommen, wenn diese vor Befüllung nicht richtig gereinigt wurden. Darauf können nach außen gewölbte oder verbeulte Konservendosen hinweisen.

Nahrungsmittelallergien
und -unverträglichkeiten als Durchfall-Ursache

Menschen, die keinen Frucht- oder Milchzucker vertragen oder auf bestimmte Lebensmittel allergisch sind, reagieren oft mit Durchfall auf die entsprechenden Nahrungsbestandteile. Bei Nahrungsmittelallergien hingegen bekämpft das Immunsystem Stoffe, die normalerweise harmlos sind (sog. Allergene). Bei Unverträglichkeiten fehlt oft ein Enzym, um bestimmte Bestandteile der Nahrung verarbeiten zu können (z. B. Laktase zum Aufspalten von Milchzucker).

Wird ein Lebensmittel nicht vertragen, ist es wichtig herauszufinden, ob eine Allergie oder eine Unverträglichkeit vorliegt. So können etwa Menschen mit einer echten Milchallergie sogar auf geringste Mengen von Milch sehr heftig reagieren. Personen mit einer Laktose-Intoleranz können hingegen teilweise relativ große Mengen an Milch und Milchprodukten zu sich nehmen, ohne starke Beschwerden zu bekommen.

Wichtig: Falls Sie den Verdacht haben, bestimmte Nahrungsmittel nicht zu vertragen, sollten Sie sich für eine genaue Diagnose an Ihren Arzt wenden.

Medikamente als Durchfall-Ursache

Einige Arzneimittel können als Nebenwirkung zu Durchfall führen, zum Beispiel bestimmte Antidiabetika, Blutdruckmedikamente und Mittel gegen Sodbrennen. Oft tritt Durchfall nach Antibiotika-Einnahme auf (sog. antibiotika-assoziierte Diarrhö, AAD). Das liegt daran, dass Antibiotika auch die „guten“ Bakterien im Darm abtöten und so die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen können.

Wichtig: Antibiotika sollten immer über den verordneten Zeitraum eingenommen und nicht vorzeitig abgesetzt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Antibiotika-Resistenzen entwickeln. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn im Rahmen der Antibiotika-Behandlung Durchfall auftritt.

Psychische Faktoren

Auch die Psyche kann uns regelrecht „auf den Magen schlagen“. Vor allem akuter Stress oder Angst (z. B. in Prüfungssituationen) können zu Durchfall führen. Das liegt unter anderem daran, dass bei Stress Hormone ausgeschüttet werden, die unsere Verdauung beschleunigen können. Aus diesem Grund können auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen mit Magen-Darm-Problemen einhergehen.

Durchfall als Symptom anderer Erkrankungen

Tritt ständig Durchfall auf, ist dies oftmals Anzeichen für eine Grunderkrankung, die gezielt behandelt werden sollte. Zu solchen Erkrankungen zählen beispielsweise:

  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Die genauen Ursachen für diese chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind noch nicht geklärt. Auch sie gehen aber häufig mit Durchfall einher.
  • Reizdarmsyndrom: Auch bei Patienten mit einem sogenannten Reizdarm kommt es häufig zu Durchfall. Weitere Symptome sind zum Beispiel Blähungen, Verstopfung und Bauchkrämpfe. Bei vielen Betroffenen treten auch Durchfall und Verstopfung im Wechsel auf. Es handelt sich beim Reizdarmsyndrom um eine sogenannte funktionelle Erkrankung. Das bedeutet, dass keine feststellbaren organischen Veränderungen vorliegen. Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms sind nicht geklärt.
  • Zöliakie: Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Klebereiweiß in Getreide (Gluten) nicht vertragen wird. Dadurch kommt es zu Entzündungsreaktionen im Darm. Als Symptome können unter anderem Durchfall und Bauchkrämpfe auftreten.
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse: Bei einer akuten Pankreatitis kommt es in der Regel nicht nur zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen – Hauptsymptom sind meist sehr starke Schmerzen im Oberbauch. Da die Entzündung zu Komplikationen führen kann, wird sie meist im Krankenhaus behandelt. Bei einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse spüren die Patienten oft keine Schmerzen mehr. Typisch ist dann übelriechender fettglänzender Stuhlgang (sog. Fettstuhl), da die Fettverdauung nicht mehr richtig funktioniert. Oft kommt es daher zusätzlich zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen.

Auch eine Schilddrüsenüberfunktion und bestimmte Tumorerkrankungen können mit Durchfall einhergehen.

Gut zu wissen: Grundsätzlich sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn ständig Durchfall auftritt oder die Beschwerden häufig wiederkehren.
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