Reisedurchfall: Fakten

Reisedurchfall: Fakten

Durchfall im Urlaub ist leider keine Seltenheit. Gerade auf Fernreisen in tropische oder subtropische Länder schlägt der Darm häufig Alarm. Neben ungewohnten Speisen und Gewürzen führen Infektionen mit verschiedenen Krankheitserregern die Liste der Auslöser an. Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen und Risikofaktoren der Reisediarrhoe und lesen Sie auch alles zur Behandlung.

Durchfall im Urlaub — warum gerade jetzt?

Die schönste Zeit des Jahres, und dann das: Durchfall!

Häufig setzt „Montezumas Rache“ bereits wenige Tage nach Ankunft im Urlaubsort ein. Typisch sind Durchfall-Symptome wie erhöhte Stuhlfrequenz und flüssiger bis wässriger Stuhl. Die Betroffenen klagen häufig auch über krampfartige Bauchschmerzen und weitere Begleitsymptome wie Übelkeit, Fieber, Schwäche oder Kreislaufprobleme.

Doch warum gerade jetzt? Für Reisedurchfall kann es viele Ursachen geben. Dazu zählen:

  • Ungewohnte Speisen und scharfe Gewürze, die den Magen-Darm-Trakt „überfordern“
  • Psychogene Faktoren wie Stress z. B. durch Reisevorbereitungen, Klimawechsel und Zeitumstellung
  • Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten zum Beispiel über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser
  • Lebensmittelvergiftung

Eine Infektion mit Krankheitserregern wird begünstigt, wenn im Reiseland niedrige Hygienestandards herrschen. Auch hohe Lufttemperaturen bzw. eine unzureichende Kühlung der Lebensmittel spielt den Durchfallerregern in die Karten, da sie sich dann leicht vermehren können. Wie hoch das Infektionsrisiko tatsächlich ist, hängt auch von der Art der Reise ab – wer einen Trekking- oder Abenteuerurlaub macht, muss eher mit Durchfall rechnen als ein Urlauber im Luxus-Hotel. Wobei auch hier Gefahren lauern: Sushi, Austern, Carpaccio, Salate, Eis oder Leitungswasser zählen zu den Lebensmitteln mit hohem Risiko. Gerade wenn sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten (z. B. auf einem Kreuzfahrtschiff), kann sich ein Magen-Darm-Infekt schnell ausbreiten.

Risikogebiete

Die Urlaubsregionen lassen sich als „Hochrisikogebiete“ und Gebiete mit mittlerem Durchfall-Risiko einteilen:

Zu den Hochrisikogebieten zählen:

  • Nordafrika
  • Süd- und Südostasien
  • Lateinamerika (einige Regionen)
  • Einige Inseln im Karibischen Meer (z. B. Dominikanische Republik, Haiti)
  • Einige entlegene Regionen in Osteuropa

Als Gebiete mit mittlerem Durchfall-Risiko gelten:

  • Südafrika
  • Einige Regionen in Südeuropa
  • Israel
  • Japan
  • Argentinien
  • Chile
  • Die meisten Inseln im Karibischen Meer

Reisedurchfall: Häufige Krankheitserreger

Eine Infektion mit Durchfallerregern erfolgt häufig durch den Verzehr von kontaminierten Speisen oder verunreinigtem Trinkwasser. Doch auch über Türklinken oder Oberflächen können Durchfallerreger verbreitet werden.

Zu den häufigsten Infektionsquellen zählen:

  • Leitungswasser (auch Eiswürfel!)
  • Ungeschältes Obst
  • Salate
  • Nicht durchgegartes Fleisch
  • Roher Fisch
  • Desserts und Saucen mit rohem Ei
Gut zu wissen: Manchmal setzen Beschwerden erst bis zu 10 Tage nach der Ansteckung ein. Reisedurchfall kann sich also mitunter auch erst nach der Rückkehr von einer Reise bemerkbar machen.

Bakterielle Infektion als Ursache für Reisedurchfall (Beispiele)

Erreger Wann zeigen sich Symptome? Häufige Symptome
ETEC (enterotoxische Escherichia choli Bakterien) – besonders häufig für Reisedurchfall verantwortlich Ca. 3 bis 10 Tage nach Ansteckung Wässriger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, ggf. Fieber
Salmonellen Ca. 6 Stunden bis 3 Tage nach Ansteckung Plötzlich einsetzende Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall (wässrig), oft Kopfschmerzen und Fieber
Campylobakter Ca. 2 bis 5 Tage nach Ansteckung Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, starke Bauchkrämpfe bzw. Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit
Shigellen (“Shigellose“) Ca. 12 Stunden bis 4 Tage nach Ansteckung Plötzlich einsetzender, wässriger Durchfall mit Bauchkrämpfen; bei schwerem Verlauf: eitrig-blutiger Durchfall, Fieber
Vibrio cholerae („Cholera“) Ca. 2 bis 3 Tage nach Ansteckung Wässriger Durchfall, massives Erbrechen; mitunter lebensbedrohlicher Verlauf

Virale Infektion als Ursache für Reisedurchfall

Erreger Wann zeigen sich Symptome? Häufige Symptome
Noroviren (Norovirus-Infektion) 6 Stunden bis 2 Tage nach Ansteckung Bauchkrämpfe, starker Durchfall, Übelkeit, schwallartiges Erbrechen; teils Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber. Mitunter ist auch nur Übelkeit oder Durchfall ohne Bauchschmerzen möglich.
Rotaviren (Rotavirus-Infektion) 2 bis 6 Tage nach Ansteckung Plötzlich auftretender, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, teils Fieber und Atembeschwerden.

Parasiten-Infektion als Ursache für Reisedurchfall (Beispiele)

Erreger Wann zeigen sich Symptome? Häufige Symptome
Giardien/ Lamblien (“Lamblienruhr“, „Giardiasis“) Ca. 7 Tage nach Ansteckung Druckgefühl im oberen Bauch, „Plätschern im Bauch“, leichte Übelkeit, Blähungen, Durchfall (teils über Wochen), ggf. Erbrechen, Müdigkeit, Gewichtsabnahme
Kryptosporidien (“Kryptosporidiose“) Ca. 7 bis 10 Tage nach Ansteckung Wässrige Durchfälle, Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber, Gewichtsverlust; kann aber auch unbemerkt verlaufen
Gut zu wissen: Einige der Erreger von Magen-Darm-Infekten im Urlaub finden sich auch in stehenden Gewässern. Es sollte daher zum Beispiel nicht aus Brunnen getrunken oder in stehenden Gewässern gebadet werden.

Reisediarrhoe: Behandlung im Überblick

Die wichtigsten Maßnahmen bei Reisedurchfall auf einen Blick:

  • Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten (nur abgekochtes Wasser verwenden oder Wasser aus Flaschen mit Originalverschluss)
  • Medikamente gegen Reisedurchfall (Reiseapotheke)
  • Schonkost
  • Ruhe
  • Verzicht auf fettige, scharfe Speisen
  • Verzicht auf Alkohol
  • Ergänzend: Hausmittel gegen Durchfall

Nur nach ärztlicher Verordnung und nach dem entsprechenden labordiagnostischen Erregernachweis:

  • Antibiotika, falls eine bakterielle Durchfallerkrankung vorliegt
  • Medikament gegen Würmer oder Parasiten, falls diese den Durchfall ausgelöst haben

Bei länger als 48 Stunden anhaltenden Beschwerden, heftigem Durchfall, hohem Fieber, Blut im Stuhl oder eitrigem Stuhl sowie bei starken Kreislaufproblemen ist der Arzt aufzusuchen. Diese Symptome können Hinweis auf einen schweren Verlauf der Durchfallerkrankung sein. Auch Anzeichen für Austrocknung wie ein schlechter Allgemeinzustand, eingefallene Wangen, Benommenheit oder dunkler Urin sind Alarmzeichen und müssen ärztlich abgeklärt werden. In schweren Fällen kann eine Versorgung im Krankenhaus erforderlich sein (z. B. Infusion).

Wichtig: Reisedurchfall bei Säuglingen, Kleinkindern, immungeschwächten Personen (z. B. chronisch Kranke) oder Senioren sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Mittel bei Reisediarrhoe

Bei Reisedurchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Um diese Verluste auszugleichen, sollte ausreichend getrunken werden. Bei starkem Durchfall reicht das oft nicht aus. Dann sind fertige Zucker-Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke gut geeignet, denn sie enthalten die wichtigen Inhaltstoffe im optimalen Mischungsverhältnis.

Um den Durchfall zu lindern und einem weiteren Verlust an Elektrolyten und Flüssigkeit entgegenzuwirken, können geeignete (Link mittel-gegen-reisedurchfall.html) Mittel gegen Reisedurchfall (Endlink) eingesetzt werden. Wichtig: Bestimmte Durchfallmittel, die sog. Motilitätshemmer, reduzieren die natürliche Darmtätigkeit. Das hat zur Folge, dass die Ausschleusung der Erreger aus dem Darm beeinträchtigt wird. Auf diese Weise wird der natürliche Selbstreinigungsmechanismus des Körpers blockiert. Deshalb sollten sie nur in gewissen Situationen (z. B. bei Flugreisen) und lediglich kurzzeitig zum Einsatz kommen.

Ob ein Antibiotikum bei Reisedurchfall notwendig ist, hängt vom Erreger und von der Schwere der Symptome ab.

Die besten Tipps bei Reisedurchfall

  • Viel trinken

    Viel trinken

    Reisedurchfall führt zu einem Verlust an Flüssigkeit. Wenn wir zusätzlich stark schwitzen (z. B. in den Tropen), wird dieser Effekt noch verstärkt. Und das kann für den Organismus gefährlich werden.

    Umso wichtiger ist es, jetzt viel zu trinken! In vielen Urlaubsregionen kann das Leitungswasser Keime enthalten und ist daher oft nicht zum Trinken geeignet. Verwenden Sie daher besser Wasser aus Flaschen oder abgekochtes Wasser. Schwarztee gilt als Hausmittel bei Durchfall und kann aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe zusätzlich wohltuende Effekte haben.

  • Elektrolyte zuführen

    Elektrolyte zuführen

    Mit der Flüssigkeit gehen dem Körper bei Durchfall wertvolle Elektrolyte verloren. Auch hier gilt es, gegenzusteuern. Es gibt zum Beispiel fertige Rehydratationslöungen zum Trinken, die die nötigen Inhaltsstoffe im richtigen Mischungsverhältnis enthalten. Sie sollten Bestandteil der Reiseapotheke sind. Eine solche Elektrolytmischung lässt sich allerdings zur Not auch selbst herstellen. Die Empfehlung des Auswärtigen Amts für die Herstellung einer solchen „Simple Sugar Salt Solution“ lautet:1

    In Liter abgekochtes Wasser (oder stilles Mineralwasser) gibt man:

    • 4 TL Zucker
    • ¾ TL Kochsalz
    • 1 Glas Orangensaft (verwenden Sie abgepackten Orangesaft!)
    1 Gesundheitsdienst 09/18/GB/SW: Merkblatt für Beschäftigte und Reisende: Durchfall (Diarrhoe)
  • Tannacomp

    Tannacomp
    zur Behandlung und Vorbeugung von Reisedurchfall

    Die Alternative zu Motilitätshemmern: Mit seiner einzigartigen Wirkstoffkombination aus natürlichem Tannin und Ethacridin bietet Tannacomp bei Reisedurchfall rasche und umfassende Hilfe, ohne die natürliche Bewegung des Darms zu beeinträchtigen. So können Erreger ungehindert ausgeschieden werden.

    Tannacomp:

    • Normalisiert rasch den Stuhlgang
    • Löst zusätzlich Bauchkrämpfe
    • Dichtet die Darmwand ab (Aktiv-Schutz-Prinzip)
    • Wirkt desinfizierend
    Gut zu wissen: Wer Reisedurchfall vorbeugen möchte, sollte Tannacomp bereits bei Reiseantritt einnehmen.

    Tannacomp ist für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren geeignet.



  • Schonkost

    Schonkost

    Der Darm ist ohnehin bereits in Aufruhr – fettige oder stark gewürzte Speisen sind daher tabu, da sie die Verdauung zu stark belasten. Auch auf Alkohol und Kaffee sollten Sie verzichten.

    Ansonsten können Sie leicht bekömmliche Speisen essen, auf die Sie Appetit haben. Zu den Hausmitteln bei Durchfall zählen zum Beispiel zerdrückte Bananen, Reisbrei oder geriebener Apfel mit Schale (vorher mit abgekochtem Wasser oder Wasser aus der Flasche abwaschen!). Auch Zwieback ist gut geeignet. Eine warme Fleischbrühe ist ebenfalls eine gute Alternative.

    Lesen Sie hier mehr zur Frage „Was essen bei Durchfall?“.

  • Gönnen Sie sich Ruhe

    Gönnen Sie sich Ruhe

    Auch, wenn Sie ursprünglich Tauchen, Sightseeing oder Trekking auf dem Programm für Ihren Urlaub hatten – schalten Sie jetzt besser einen Gang zurück und gönnen Sie Ihrem Körper die Ruhe, die er braucht. Der Organismus ist bei Durchfall ohnehin geschwächt und benötigt jede Menge Energie, um eingedrungene Krankheitserreger zu bekämpfen. Lassen Sie Ihrem Körper für die Genesung ausreichend Zeit.

  • Wann zum Arzt bei Reisedurchfall?

    Wann zum Arzt bei Reisedurchfall?

    Wenn nach 48 Stunden keine Besserung eintritt, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Das gilt auch, wenn Durchfall mit Fieber über 38,5 Grad und/oder Blut im Stuhl einhergeht. Ein schlechter Allgemeinzustand, eingefallene Wangen, Benommenheit und eine schnelle Atmung sind Warnsignale – sie weisen auf eine starke Dehydrierung hin, die lebensgefährlich werden kann.

    Reisedurchfall bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und immungeschwächten Personen sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

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